| 1.
NUTZUNGSKONZEPT UND BAUSUBSTANZ
Als
im Jahre 1884 Eugen Hartmann und Winnibald Braun ihre "Optische Anstalt"
von Würzburg nach Frankfurt an der Oberen Königstraße verlegten,
entstand eines der bedeutendsten Frankfurter Unternehmen der Elektrotechnik.
Die Produktion wurde in den letzten Jahrzehnten immer mehr ausgelagert,
so daß im Jahr 1998 das Firmengelände frei wurde. Das gesamte
Ensemble ist für Frankfurt ein seltenes noch erhaltenes Beispiel eines
quartierprägenden, innerstädtischen industriellen Baukomplexes
und bietet heute eine Alternative mit bewußt gesetztem Gegenakzent
zu Abriß und moderner Neubebauung in Granit, Glas und Aluminium.
Ziel ist es, die vorhandene interessante Industrie-Architektur im wesentlichen
zu erhalten und durch ein sensibles Umbau-bzw. Revitalisierungskonzept
einer neuen Nutzung zuzuführen. Dabei entstehen zwischen Wildunger
Straße und Klemensstraße - in einem Raum, der auch neu als
innerstädtischer Platz umgestaltet wird - insgesamt 47 Loftwohnungen
und Penthouses in drei Gebäuden. Dieser einmalige, insbesondere aus
den USA und England bekannte Loft-Charakter der neu entstehenden Wohnungen
wird ermöglicht durch die großzügigen Raumhöhen, die
offene Grundrißgestattung der weiträumigen Nutzflächen
sowie die Beibehaltung der alten Industrie-Architektur. Ein Teil der Lofts
erstreckt sich über zwei Etagen (Maisonette). Im Erdgeschoß
entstehen Büro-Lofts oder Ladenflächen für den gehobenen
Einzelhandel. In den angrenzenden Gebäuden entstehen ebenfalls Business-Lofts
oder moderne Büroflächen. Die Innenhöfe und Freiflächen
sind nach der Planung des Landschaftsarchitekten als urbane Räume
konzipiert und bilden somit einen bewußt gesetzten Schnittpunkt zwischen
Wohnen, Arbeiten sowie gastronomischen und kulturellen Einrichtungen. In
der unter dem Innenhof neu errichteten Tiefgarage befinden sich die jedem
Loft zugeordneten Stellplätze. Die gut erhaltene Bausubstanz bildet
die Grundlage für Sanierung, Umbau und teilweisen Neubau der Lofts.
Die Baukörper bestehen aus massiven Mauerwerks-Außenwandkonstruktionen
mit Putz. Diese sowie die Deckenunterzüge und Stützen aus Beton
bleiben in ihrer Ursprungskonzeption weitestgehend erhalten. Die Fassade
behält ihren industriellen Charakter, erhält jedoch eine komplett
neue Außenhaut nach geltenden Wärmeschutzbedingungen. Die Treppenhäuser
werden zum Teil neu gestattet, zum Teil neu erstellt. Die Penthouses werden
komplett als Neubau in Anlehnung an die vorhandene Architektur mit der
ebenfalls Loft-typischen offenen Grundrißgestaltung errichtet.
2.
UMBAU UND NEUBAU
Es
besteht Wahlmöglichkeit zwischen der Variante "Design", dem Designer-Loft
mit hochwertiger Ausstattung unter Verwendung edler Materialien, und der
Variante "Atelier", der Ausbauversion mit viel Freiraum für eigene
Planung und kreative Gestaltung. Im nachfolgenden wird grundsätzlich
die Variante "Design" beschrieben und auf Abweichungen für die Variante
"Atelier" besonders hingewiesen.
2.1
ABRISS- UND ENTKERNUNGSARBEITEN
Die
Häuser werden von alten Einbauten befreit. Die bisherigen Treppenhäuser
werden teilweise entkernt.
2.2
ROHBAUKONSTRUKTION
Das
verbleibende Mauerwerk wird in allen Stärken gemäß statischen
Erfordernissen ergänzt und saniert. Die vorhandene Gebäudekonstruktion
wird aus tragenden Mauerwerkswänden, Stahlbetonstützen und -decken
mit Längs- und Querunterzügen gebildet. Wohnungstrenn- und Treppenhauswände
werden größtenteils aus Schaltschutzmauerwerk neu hergestellt.
Bei nichttragenden Innenwänden erfolgt eine beidseitige Beplankung
der Metallständerwandkonstruktion aus Massivbauplatten. In der Variante
"Atelier" werden mit Ausnahme des Sanitärblocks und der Kücheninstallationswand
keine Zwischenwände errichtet. Eingangsbereiche, Treppenhäuser
und Verbindungsflure werden gemäß Planung des Innenarchitekten
ausgeführt. Neue Treppenhäuser erhalten Treppenläufe und
Podeste aus Stahlbeton gemäß den statischen Vorgaben. Wohnungsinnentreppen
aus Stahl oder Holz werden im Auflagerbereich akustisch getrennt. Wohnungstrennende
Treppen werden in Beton ausgeführt unter Beachtung der schalltechnischen
Erfordernisse. Die Tragkonstruktion der Penthouses zur Aufnahme der wärmetechnisch
günstigen Gasbetonplatten der Dachdecken und der massiven gemauerten
Wände aus dem gleichen Material wird aus Stahlprofilen hergestellt.
Auf die Außenwände, ohne Penthouses, wird ein Vollwärmeschutz
mit systemgebundenem eingefärbtem Außenputz aufgebracht.
2.3
DACH
Auf
den neuerrichteten Penthouses wird eine funktionsgerechte Dacheindeckung
(Bitumen) mit Dämmung entsprechend der Wärmeschutzverordnung
angebracht. Die Bereiche der flachgeneigten Dachflächen des Staffelgeschosses
werden mit Titan-Zink belegt.
2.4
KELLER
MetalI-Lamellenkonstuktion
in raumhoher Ausführung trennen die einzelnen KelIerabteile. Die Räume
für Gemeinschaftswaschmaschinen und Wäschetrockner, Hausanschlußräume
sowie Heizungs- und Elektroräume sind hier angeordnet. Jedes Kellerabteil
mit eigenem Stromanschluß und Steckdose.
3.AUSBAU
3.1
FASSADEN In Abstimmung mit den neuen Putzflächen des Vollwärmeschutzes
geben die neu gestalteten Gesimse der Fassade eine horizontale Gliederung.
Auf der Nord- und Ostseite der Gebäude zum Innenhof werden die Brüstungen
entfernt, um bodentiefe französische Fenster einbauen zu können.
Zusätzlich werden im Treppenhausbereich Rankgerüste durch Edelstahlseile
angeordnet.
3.2
DECKEN
Zwischen
allen Geschossen wird Schallschutz hergestellt. In den Kellerräumen
werden die Decken gesäubert und gestrichen. Die Decken der Wohnungen
und Penthouses werden generell mit einer glatten abgehängten Decke
mit Dispersionsanstrich (Variante "Design") ausgestattet, in die Einbauspots,
Downlights usw. eingebaut werden können. Bei der Variante "Atelier"
bleibt die sanierte und geputzte Rohdecke sichtbar.
3.3
WANDOBERFLÄCHEN
Die
Kellerwände werden gesäubert und gestrichen. Beschichtungen des
Innenputzes in den Allgemeinbereichen (Treppenhäuser, Flure und dergl.)
mit Grundierung mittels Quarzgrund sowie Dispersionslasur, Farbgebung nach
Angabe des Innenarchitekten. In den Wohn- und Arbeitsräumen werden
die Wände mit einer matten Latexfarbe hell angelegt, so daß
optisch eine sehr glatte Oberfläche entsteht. Exponierte Wandflächen
werden in einer speziellen Spachteltechnik bearbeitet. Bei freistehenden
Stützen ist der Grundaufbau wie bei den Wänden, die Oberfläche
wird jedoch mit hellgrauern Eisenglimmer lackiert. Wandverkleidungen in
den Bädern nach Gestaltungsvorschlag der Innenarchitekten aus Marmorplatten
ca. 1,20 m hoch (im Bereich der Dusche deckenhoch), Größe 40
x 40 cm. Darüber werden die Wandoberflächen weiß gestrichen.
Variante Atelier" nur Sanierung, kein Anstrich und keine Wandverkleidung.
3.4
FUSSBÖDEN
Hauseingangsbereiche,
Treppen und Podeste erhalten einen Natursteinbelag aus Basaltlava mit Sockelleisten
aus dem gleichen Material. In den Wohn- und Arbeitsbereichen wird auf dem
schwimmenden Estrich ein Hochkantlamellen-Parkett aus Eiche als Industrieparkett
eingebaut, welches oberflächig mit einem Ölwachssystern behandelt
oder wahlweise versiegelt wird. Die Bäder und WCs erhalten einen Belag
aus Marmorplatten analog zu den Wandflächen. Die innerhalb der Wohnung
liegenden Treppen werden mit einem Belag aus Holz ähnlich den Fußböden
ausgestattet. Die Variante "Atelier" erhält keine Bodenbeläge,
nur Estrich und Treppenunterkonstruktionen. Auf die Unterkonstruktion der
Dachterrassen mit entsprechender Abdichtung werden Böden als Holzdeck
mit offener Fuge verlegt.
3.5
FENSTER
Sämtliche
Fenster und Fenstertüren der Wohnungen, Treppenhäuser und Flure
werden aus farbbeschichteten, thermisch getrennten Aluminiumprofilen hergestellt
mit Zwei-Scheiben-Isolierverglasung. Elektrisch zu bedienende Lamellenraffstore
an der Außenseite der Fenster dienen dem Sicht- und Sonnenschutz.
3.6
TÜREN
Hauseingangstüren
werden als ein- oder zweiflügelige Türanlage als Ganzglasanlage
(Verbundsicherheitsglas) mit Edelstahlbeschlägen gefertigt. Neben
der Hauseingangstür wird im Eingangsbereich eine Briefkastenanlage
installiert. Systemorientiert wird in diese Anlage für jede Wohnung
eine Videoanlage (Bildschirm in der Wohnung) sowie Sprech- und Klingelanlage
eingebaut. Brand- oder Rauchschutztüren werden nach den Erfordernissen
eingebaut. Wohnungseingangstüren als schalldämmende und einbruchshemmende
Sicherheitstür mit Bekleidung aus Holzwerkstoff und Bodendichtung.
Die Türblätter werden mit Eisenglimmer lackiert, Drücker
und Bänder in Edelstahl. In die Sturzbekleidung wird ein Niedervoltstrahler
eingelassen, der von der Wohnung aus geschaltet werden kann und in Verbindung
mit dem eingebauten Türspion der Sicherheit dient. Die Wohnungsinnentüren
erhalten Türblätter mit Röhrenspanmittellage als glatte
Türen mit Anstrich und Zargen aus Holzwerkstoff, ebenfalls gestrichen.
Die Beschläge wiederum aus Edelstahl. Bei der Variante "Atelier" werden
nur die Wohnungseingangstüren montiert, nicht die Innentüren
und Zargen.
3.7
GELÄNDER
Treppengeländer
nach Entwurf des Innenarchitekten als schlossermäßige Stahlkonstruktion
und mit Füllung aus Streckmetall. Die französischen Fenster werden
ebenfalls mit ähnlich gestalteten Geländern gesichert. Diese
Geländerausführung wiederholt sich auch an den Dachterrassen.
Als gestalterisches Element und zum Sonnenschutz werden über den Penthousefenstern
in Teilbereichen sogennante "Flugdächer" in verzinkter Stahlkonstruktion
angebracht.
3.8
KOCHEN/WASCHMASCHINEN
In
den Küchenbereichen werden sämtliche Anschlüsse für
Wasser, Abwasser und Strom eingebaut. Weiterhin erhält jede Wohnung
einen Waschmaschinenanschluß.
3.9
BÄDER
Sämtliche
Einbauten (Objekte) sind hochwertige Markenfabrikate aus Designerserien
wie z. B. "Starck", "H2O" oder ähnlich. Bade- und Duschwannen aus
Acryl in Sanitärqualität (Duschen teilweise auch bodengleich
im Material des Bodenbelages). Waschbecken, Waschtische, WC und Bidet aus
weißem Kristallporzellan. Duschabtrennungen aus Glas. Die Hänge-WCs
erhalten einen Unterputz-Spülkasten. Als Armaturen kommen geräuscharme
Einhebelmischer, im Design den Serien der Objekte angepaßt, zum Einbau.
Die weitere Ausstattung wie Spiegel, Handtuchhalter etc. wird ebenfalls
im Design der Top-Serien angepaßt. In der Variante "Atelier" werden
nur die Sanitäranschlüsse hergestellt.
4.
HAUSTECHNIK
4.1
HEIZUNG Für die Beheizung und Warmwasser ist eine gemeinsame Heizzentrale
vorgesehen. Als Heizflächen kommen fertig beschichtete Planradiatoren
und Röhrenheizkörper zur Ausführung. Die individuell verbrauchte
Wärmemenge wird wohnungsweise über geeichte Wärmemengenzähler
erfaßt. Die Kellerverteilung sowie die Steigestränge und Verteilungsinstallation
erfolgen über wärmegedämmte Rohrleitungen.
4.2
SANITÄR
Die
nach DIN gedämmten Kalt- und Warmwasserleitungen aus nichtrostendem
Stahl befinden sich in Installationsschächten bzw. werden im Bereich
der abgehängten Decken verzogen. In den einzelnen Wohnungen werden
Wohnungsabsperrventile sowie Warm- und Kaltwasserzähler installiert.
Die Abwasserleitungen innerhalb der Gebäude sind aus Gußrohr
(SML). Das anfallende Regenwasser der Dachflächen wird in Rinnen gesammelt
und über Regenfaltrohre abgeleitet.
4.3
ELEKTRO
Die
Elektroinstallationen werden gemäß DIN/VDE-Vorschriften und
Mainova-Richtlinien durchgeführt. Die Anzahl der Steckdosen inkl.
Bodenauslässen und Leuchtenauslässen wird gemäß DIN
18015 in Anlehnung an einen hohen Ausstattungswert sinnvoll festgelegt.
In allen Räumen befinden sich Deckenauslässe, in den Bädern
zusätzliche Wandauslässe und zum Teil Downlights. Jede Einheit
erhält eine Video-Türsprechanlage mit elektrischem Türöffner
zur Haustür. Anschlußdosen für TV/Radio sowie ISDN-fähige
Telefondosen (u. a. für Internetzugang) sind in alten Aufenthaltsräumen
vorhanden. Bei Bedarf werden die Wohnungen mit Datennetzsteckdosen ausgestattet.
Der Sicherungskasten für die Wohnung wird im Eingangsbereich jeder
Wohnung installiert. Die Variante "Atelier" sieht bauseits keine Schalter,
Steckdosen oder Downlights vor, sondern nur den Anschluß für
die Wohnungsverteilung.
4.4
LÜFTUNG
Die
Entlüftung der Bäder, WCs und der Küchenbereiche erfolgt
durch Abluftventile über Sammelschachtanlagen.
4.5
AUFZÜGE
Es
wird in jedes Treppenhaus ein Personenaufzug eingebaut. Aufzugsportal und
Innenausstattung (größtenteils in Edelstahl) wird durch den
Innenarchitekten gestattet.
5.
BRAND-, SCHALL- UND WÄRMESCHUTZ
Die
bauaufsichtlichen Auflagen sowie die Auflagen des vorbeugenden Brandschutzes
nach DIN 4102 und der Feuerwehr werden erfüllt.
SONSTIGES
Die
im Prospekt dargestellten Pläne entsprechen der Eingabeplanung. Abweichungen
von der Baubeschreibung und technische Änderungen bleiben vorbehalten,
ebenso Änderungen der Planungs- und Ausführungsart der vorgesehenen
Baustoffe und Einrichtungen, soweit diese sich technisch oder wirtschaftlich
als zweckmäßig oder notwendig erweisen und sich auch nicht wertmindernd
auf das Bauvorhaben auswirken. (Dies gilt auch für die Berechnung
der Wohnfläche). Maßgeblich sind nur die Pläne und die
Baubeschreibung sowie die Wohnflächenberechnung, die dem notariellen
Kaufvertrag zu Grunde gelegt werden und Bestandteil desselben sind. In
den Plänen eingezeichnete Einrichtungsgegenstände stellen lediglich
Möblierungsvorschläge der Architekten dar und gehören nicht
zum Leistungsumfang. Änderungen, die sich durch Auflagen der Baugenehmigungsbehörden
ergeben, bleiben vorbehalten.
Die
Zeichnungen (Illustrationen, Grundrisse und Perspektiven) spiegeln die
Vorstellungen des Urhebers wider und sind nicht verbindlich für die
Bauausführungen. Alle farbigen Darstellungen dienen ausschließlich
der gestalterischen Visualisierung. Farbabweichungen insbesondere bei der
Fassadengestaltung bleiben vorbehalten. Baubeschreibungen für die
Läden/Büros im Erdgeschoß werden individuell nach Nutzungsart
definiert. |